behindertenbeauftragter-meppen.de / Arbeit
Arbeit

 

Beratungstag im Stadthaus

Achtung:
Änderung der Sprechstundenzeiten
ab 04.04.2001

wöchentlich Mittwochs
9.00 Uhr bis 12.00Uhr
Zimmer 2

Diensttelefon:

05931/153314

Als Ehrenamtlicher Behindertenberater der Stadt Meppen möchte ich Ihnen als in irgendeiner Weise behinderten Menschen bei allen Fragen des täglichen Lebens zur Seite stehen. Brauchen Sie Tips zum barrierefreien Bauen oder Umbauen? Möchten Sie an kompetente Organisationen weitergeleitet werden? Kommen Sie von außerhalb Meppen`s und suchen ein behindertengerechtes Hotel? Oder brauchen Sie einfach nur jemanden, der Ihnen zuhört, weil mal wieder nichts so klappt wie es soll?!"

Kommen Sie vorbei!!

Weitere Arbeitsgebiete sind:
- Entscheidungsträgern beratend zur Seite zu stehen.
- Mitarbeit im Sozialausschuß und im Städteplanungsausschuß
- bei Bedarf Mitarbeit im Bauausschuß
- Erarbeitung von Konzepten für ein barrierefreies Leben
  in Meppen

 

Nachfolgend mein vierter Jahresarbeitsbericht. Ich hab mich entschlossen, ihn in´s Internet zu stellen, um Ihnen einen kleinen Einblick in meine Arbeit zu gewähren.

Vierter Jahresbericht des Ehrenamtlichen

Behindertenbeauftragten der Stadt Meppen

März 2003 bis März 2004

 

„In Zukunft barrierefrei“

 

Dies ist ein weiterer Überblick der Behindertenarbeit in Meppen und Umgebung.

Ich hatte vor vier Jahren die Vorstellung von einem Barrierefreien Meppen, als ich die Arbeit des Behindertenbeauftragten angefangen habe. Dieser Traum besteht noch immer, doch das Ziel ist noch weit entfernt.

 

Einleitung:

Auf dem Weg zu diesem Ziel hat sich in Meppen schon sehr viel getan, ob es Bürgersteige,  Behindertenparkplätze oder Gebäude sind, es setzt sich immer mehr durch, dies für alle Menschengruppen Barrierefrei anzulegen bzw.  Bauen. Meppen war eine der ersten Städte im Bezirk Weser-Ems, die einen Ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten bestellt hat, daß dieses zum Vorteil der Stadt ist, ist mir von vielen Mitbürgern, als auch von politischer Seite bestätigt worden.

Nach vielen Jahren besonderer Bemühungen, unsere bauliche Umgebung behindertengerecht zu gestalten, gehen wir heute endlich dazu über, barrierefrei zu denken. Das heißt, wir berücksichtigen nicht mehr die Anforderungen einer bestimmten Personengruppe, sondern unsere Planung berücksichtigt alle Menschen.

Es ist sicher, dass bereits mit Planungsbeginn entwickeltes barrierefreies Bauen andere und bessere Lösungen hervorbringt als nachträgliche Verbesserungsversuche an ursprünglich nicht entsprechend konzipierten Objekten.

Eine wesentliche Erfahrung ist es, zu erkennen und zuzugeben, dass man als PlanerIn die Belange der Behinderten zwar besser, aber immer noch nicht richtig versteht und vertreten kann, wenn man selbst einmal (zu Demonstrationszwecken) im Rollstuhl gesessen hat.

So kann man erleben, welche Hürden Rollstuhlfahrerinnen zu bewältigen haben, nicht aber nach vollziehen, wie es RollstuhlfahrenInnen tatsächlich ergeht. Dazu müsste man sich freiwillig die Füße festgurten, sich in der Reichweite reduzieren, in der Motorik zurücknehmen, die Fähigkeit, das Gleichgewicht zu halten, einschränken, mit Hilfe einer Sonnenbrille die Sehkraft schwächen und vieles mehr.

In die Situation von Kindern, SchülerInnen, BesucherInnen, Kranken oder SportlerInnen kann sich jeder mehr oder weniger gut hinein versetzen – nicht aber in die von alten oder behinderten Menschen. Dies gilt besonders, wenn die sensorischen Einschränkungen, die mit nachlassenden oder fehlenden Seh- oder Hörvermögen einhergehen, mitbedacht werden sollen.

Nachdem das Bundesgleichstellungsgesetz Wirkung  zeigt, muss nun das Land Niedersachsen mit einem Gleichstellungsgesetz kommen. Dieses Gesetz muss so gestaltet sein, daß alle Öffentlichen Gebäude in einem überschaubaren Zeitraum ( ca. 10 Jahre ) Barrierefrei umgestaltet werden müssen. Es wäre schön gewesen, wenn dieses Gesetz 2003 schon gekommen wäre. Dieses hätte gut in das „Europäische Jahr der Behinderten“ gepasst.

Aber lieber vernünftig ein Gestz einbringen, als eine schnelle Entscheidung , die dann ständig reformiert werde muß.

 

 

 

Arbeitsbericht:

Im abgelaufenen Berichtszeitraum habe ich an 11 Veranstaltungen in Hannover teilgenommen. Hauptthema war der Internetauftritt Barrierefreie Kommune und die Wohnberatung im Alter und bei Behinderung. Ein weiteres Thema war auch das Landesgleichstellungsgesetz, zu diesen Gesetz hat der Landesbehindertenrat ein Eckpunkte -papier  entwickelt. Dieses Papier haben die Behindertenbeauftragte von Wolfsburg und ich in Wolfsburg während einer Sitzung des Landesbehindertenbeirats dem Staatssekretär im Gesundheitsministerium Herrn Gerd Hoofe übergeben.

Herr Hoofe hat dann in seiner Rede vor dem Betriebsrat des Volkswagenwerkes Wolfsburg die Bestellung von Kommunalen Behindertenbeauftragten als eine der wichtigen Teile dieses Gesetzes hervorgehoben. Mein Part bei diesem Eckpunktepapier war die Bestellung von Kommunalen Behindertenbeauftragten und die Barrierefreiheit von Gebäuden, Plätzen und Straßen.

Die Software für den Kommunalen Stadtführer ist in mehreren Sitzungen erstellt worden, diese ist dann am 30.01.2004 in Groß Burgwedel an den Bürgermeister im Namen aller 429 Gemeinden übergeben worden. An diesem ersten Internetauftritt haben sich aus Niedersachsen 6 Kommunen beteiligt. Die Fragebögen sind in Zusammenarbeit mit den Wohngruppen des Vituswerkes ausgefüllt worden. Zur Zeit sind ca. 85 Geschäfte in Meppen erfasst worden. 12 davon habe ich schon in dem Stadtführer „nicht nur für Behinderte“ eingegeben. Ab März  steht mir eine junge Sozialpädagogin zur Seite die mir beim Ausmessen der Räumlichkeiten und dem Eingeben in das Computerprogramm behilflich ist.   Diese Aufgabe soll ihr einen ersten Überblick in diese hochsensible gehaltvolle Thematik verschaffen. Wenn alles gut läuft kann, dieser Stadtführer bis zum Ende des Jahres vollständig sein.

Die Wohnberatung nimmt in meiner Arbeit einen immer breiteren Raum ein. Waren es im ersten Jahr 2 bis 3  Fälle, so sind es im letzten Berichtszeitraum schon acht Fälle gewesen. Hier wird es immer schwerer barrierefreien Wohnraum, der zu dem noch bezahlbar ist, zu finden.

Zur Zeit bin ich auf der Suche nach einer 2 Zimmerwohnung für einen ca. 30 jährigen Rollstuhlfahrer, der gerne im Zentrum wohnen möchte, um ohne große Transportkosten am täglichen Leben teilzunehmen. Zu diesem Thema habe ich an zwei Workshops in Hannover teilgenommen. Hier stand der Umbau von Wohnungen aus dem Altbestand im Vordergrund, denn es wird zu kostenintensiv, immer wieder neuen Wohnraum zu schaffen, ganz abgesehen davon, dass kaum noch eine Stadt Grundstücke in dem Ausmaß zur Verfügung stellen kann.

 

Das Pflaster in den Fußgängerzonen konnte im Bereich ehemals Kaisers-Passage und im Bereich Hasehubbrücke und der Meppener Tagespost mit einem ebenen Pflaster versehen werden. Hier bin ich von mehreren Meppener Bürgern lobend angesprochen worden.

In den Fußgängerzonen und in den umliegenden Straßen wie Nikolaus-Augustin-Str. und Hinterstraße muss noch einiges getan werden, um  hier die Stolperfallen zu beseitigen.

 

Auch konnten im letztem Jahr in den Bereichen Esterfeld und Schützenhof mehr als 30 Bürgersteige abgesenkt werden. Hier ist die Wichtigkeit der 10000.- €, die, die Stadt in jedem Jahr für den Barrierefreien Ausbau der Straßen und Plätze im Städtischen Haushalt vorsieht, zu sehen. Insbesondere sind die Bürgersteige an der Schützenstraße und Schützenhof abgesenkt worden, da dies der größte Gefahrenpunkt in der Stadt war.

 

Dank einer Pro-Land-Fördermaßnahme konnte der Außenbereich des Kunstzentrums Koppelschleuse mit einer wassergebundenen Schlacke versehen werden, hier ist jetzt für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer das Gehen bzw. das Rollen stark erleichtert worden. Auch  sind die mit Stufen verbundenen Gebäude mit Rampen versehen worden. Dieser Gebäudekomplex ist trotz der Bedenken des Denkmalschutzes so hergestellt worden, dass der Denkmalschutz und die Barrierefreiheit gut miteinander harmonieren. Hier gilt mein Dank dem Bauamt, insbesondere möchte ich dabei Herrn Gößling nennen.

 

Da im Bundesgleichstellungsgesetz das Gaststättengesetz auf Bundesebene in 2001 geändert wurde, hat das Land Niedersachsen nachgezogen und auch das Landesgaststättengesetz verändert, daher ist für alle neugebauten Gaststätten und Restaurants verpflichtend, die Barrierefreiheit inkl. der Toilettenanlage einzuhalten. Auch wurden Gaststätten und Restaurants in die Niedersächsische Bauordnung § 48 aufgenommen.

 

Die von mir im letzten Bericht angesprochene Hasetaltour hat im letzten April stattgefunden und ist auch abgeschlossen. Das Kartenwerk ist von mir im letzten Sommer erstellt worden und an das Hasetal-Büro gegeben worden. Da es im Grunde zur Zeit nur in Meppen  Behindertengerechte Unterkünfte gibt, sollen von hier aus Rundtouren angeboten werden.

Die Werbung soll in diesem Jahr starten.

 

Des weiteren hat mich ein Architekturbüro aus Lathen angesprochen, die in Hilter den Auftrag haben, einen Reiterhof umzubauen. Dieser Reiterhof soll komplett Barrierefrei gestaltet werden, um für Behinderte das Therapeutische Reiten anzubieten. Hauptthema war der Umbau der Ferienwohnungen, die dann nach DIN 18025 umgebaut werden sollen und den Ansprüchen der Behindertengerechten Unterbringung genügen müssen.

 

Aus der Region Bentheim sprach mich eine Besitzerin eines Streichelzoos an, ob ich Ihr helfen könne, diese Einrichtung so umzugestalten, dass diese auch von Gruppen aus Behinderteneinrichtungen besucht werden kann. Auch dieses konnte mit zwei Besuchen erfolgreich realisiert werden.

 

Seit Anfang Januar erreichen mich wöchentlich mehrere  Anrufe aufgrund der Gesundheitsreform. Hier hat es sehr viel klärende Gespräche mit den Krankenkassen gegeben, die zum Teil erfolgreich, aber andererseits auch unzufriedenst  ausgefallen. Da diese Gesetze alle sehr neu sind, musste ich sehr zeitaufwendige Internet Reschärsche betreiben.

 

An dieser Stelle möchte ich mich besonders bei der Verwaltung der Stadt Meppen, insbesondere bei Herrn Strodt, für die gute Zusammenarbeit bedanken. Auch möchte ich mich bei allen Fraktionen für gute Zusammenarbeit und das Verständnis bedanken.

 

Auflistung von Beratungen im Zeitraum:

Insgesamt hat es abgelaufenen Berichtsjahr über 170 Kontakte gegeben.

41 Beratungstage im Stadthaus mit ca. 125 Kontakten.

Ca. 50 Kontakte bei Hausbesuchen.

 

Diese Kontakte gliedern sich folgendermaßen auf:

  1. 15 X Bauberatung Privat

  2.  8  X  Stellungnahmen fürs Bauamt

  3.  3  X Arbeitsvermittlung > Landkreis und Arbeitsamt

  4. 15 X Hilfsmittelberatung

  5. 10 X Parkerleichterungen und Parkausweise

  6.  8  X Arbeitsstellenberatung

  7. 15 X Schwerbehindertenausweis

  8.     8   X Wohnungssuche und Wohnberatung

  9.     5   X Pflegeberatung

  10.     5   X PKW Beschaffung

  11.     9   X Euro-Schlüssel für Behindertentoilette

  12.     5   X Unterbringung Pflegeheim

  13.     5   X Kontakte mit dem St. Vituswerk

  14.     5   X Vermittlung an andere Einrichtungen

  15.     4   X Barrierefreie Stadt

  16.     6   X Kontakte zur Landestreuhandstelle

  17.   15  X Gespräche mit Krankenkassen

  18.   45  X Allgemeine Beratung

 

    1. Vermittlungsgespräch mit der Gemeinde-Unfall Versicherung

    2. Mitarbeit Eckpunktepapier LGG

    3. Stellungnahme Landesgaststättengesetz

    4. Stellungnahme für Landestreuhandstelle

    5. Mitarbeit im Kreisbehindertenbeirat, Ausstellung zum Europäischen Jahr der Behinderung. Überprüfung der Behindertenparkplätze in Lingen, Papenburg und Meppen

    6. Mitarbeit im Landesbehindertenbeirat

    7. 2 Gesprächsrunden bei der DAA (Deutsche Angestellten Akademie)

    8. 4 Teilnahmen an den Gesamttreffen der Selbsthilfegruppen

    9. Teilnahme am Gleichstellungstag in Papenburg

    10. Ausrichtung und Organisation vom Treffen „Runder-Tisch-Behindertenarbeit“

    11. Teilnahme an 11 verschiedenen Veranstaltungen in Hannover

    12. 3 Teilnahmen an Sitzungen des Landesbehindertenrates, Hannover/Papenburg/Wolfsburg

    13. Fahrt nach Düsseldorf zur Reha

    14. Mitarbeit zur Erstellung des Internet Programms Barrierefreie Kommune

 

Die Teilnahme in den einzelnen Ausschüssen führe ich nicht mehr auf, da diese von mir als Ratsmitglied abgearbeitet werden.

 

Fahrten zu Hausbesuchen und außerhalb von Meppen:

11 Veranstaltungen in Hannover

1         Veranstaltung in Wolfsburg

1      Veranstaltung in Bremen

1    Fahrt nach Düsseldorf

4     Fahrten nach Papenburg

5         Fahrten nach Haren

4         Fahrten nach Werlte

5         Fahrten nach Sögel

8         Fahrten nach Haselünne

4         Fahrten nach Lönningen       

1         Fahrt nach Quakenbrück

2         Fahrten nach Lingen

Ca. 30 Fahrten innerhalb von Meppen und Ortsteilen

 

Wie Sie erlesen können, ging wieder bei den meisten Beratungen um den Neu- und Umbau von Privathäusern. Aber auch im Bereich des Schwerbehindertenausweises gab es im letzten Jahr enormen Bedarf. Wie auch in den Jahren zuvor bedurfte die Beratung in der Versorgung von Hilfsmitteln und zur Lebensplanung nach Unfall und Krankheit intensiven Zeitaufwand.

 

Ausblick:

In dem nächsten Jahr werde ich sehr viel Zeit in die Komplettierung des Stadtführers investieren müssen. Aber auch den Bahnhof und das Umfeld werde ich nicht vernachlässigen, denn hier wird es höchste Zeit für einen Umbau der Gleisanlagen und dem Barrierefreien Zugang der Bahnsteige 2 und 3. Auch muss überlegt werden, am Kossehof im Eingangsbereich zumindest einen Streifen mit einem ebenen Pflaster zu versehen, um die Stolpergefahr beseitigen. Da an der Höltingmühle zur Zeit ein Umbau stattfindet, könnte man hier gleichzeitig das Katzenkopfpflaster im Eingangsbereich aus wechseln.

Auch die Fußgängerzone bedarf dringend einer Erneuerung, denn das Pflaster wird immer mehr abgängig.  Ebenfalls müssen die Bürgersteige in allen Stadtteilen nach und nach umgebaut werden.

 

Ich hoffe, Ihnen mit diesem Bericht einen Überblick über die Arbeit ihres Behindertenbeauftragten gegeben zu haben. Ich bitte Sie, liebe Ratskolleginnen und Ratskollegen, mich weiter in meinen Bemühungen zum Wohle der Menschen mit Behinderungen zu unterstützen.

 

Walter Teckert